Dass er einmal hoch hinaus will, war für den jungen Küchenchef von Anfang an klar. Bei einem Schulpraktikum entdeckte er das Kochen für sich. Der Geruch, die Temperatur, das Tempo – all das alles fand Jan-Philipp Berner schon damals unglaublich spannend. Seine ersten angerichteten Beilagensalate machten ihn so stolz, dass seine Berufswahl schnell fiel. Während der Ausbildung in seiner Heimatstadt Göttingen wurde sein Ehrgeiz geweckt: In seiner Freizeit bereitete er ständig Wettbewerbe vor. Schauplatten, Pasteten, Terrinen, so richtig klassische Küche.

2007 schloss er seine Ausbildung mit Auszeichnung und Stipendium ab und fing im Gourmetrestaurant von Jörg Müller auf Sylt an. „Mein Ziel war es immer, die Spitzenklasse kennenzulernen – einer, zwei, drei Sterne.“ Mit der anspruchsvollen Arbeit in einer Sterneküche während der Hauptsaison kam zunächst die Ernüchterung – nach vielen Arbeitsstunden „guckt man schon mal verschwommen“ – doch Jan-Philipp Berner meisterte auch die neuen Herausforderungen. Mitgenommen hat er von Jörg Müller vor allem die besondere Wertschätzung von Lebensmitteln: Alles vom Produkt wird irgendwie verwertet, auch die Karottenschale ist wertvoll.

Der Jungkoch durchlief weitere Adressen, die bei Feinschmeckern in der ganzen Republik bekannt sind und vertiefte sein Wissen um die hohe Kunst am Herd, darunter das Gourmetrestaurant Tschifflik von Jörg Glauben in Zweibrücken und 2009 erstmals der Söl’ring Hof. Auf die Düne kam Berner durch eine glückliche Fügung – er lernte seine Freundin Theresa kennen, die dort damals arbeitete. Bei Johannes King wirkte er zunächst als Chef Gardemanger und Saucier, bis es ihn nach Bergisch Gladbach zu Nils Henkel zog. Zwei Jahre lang arbeitete er in dem 2-Sterne-Restaurant im Schlosshotel Lerbach, das bis 2011 sogar mit drei Sternen dekoriert war. „Die Zeit bei Nils Henkel hat mich extrem geprägt, weil ich ihn als Koch, aber auch als Mensch sehr schätze. Die Teamarbeit und auch die zwischenmenschlichen Beziehungen spielten immer eine große Rolle. Ich bin sehr stolz, dass ich dort mitwirken durfte.“