Wie du mir, so ich dir – Gemeinsam für den Genuss

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Wie du mir, so ich dir – Gemeinsam für den Genuss

Sylt steht in voller Blüte. Zu kaum einem Zeitpunkt bietet die Natur der Insel eine solche Reichhaltigkeit und Vielfalt, wie jetzt im Sommer. Ohne helfende Hände würde viel zu viel von diesem Potenzial verloren gehen. Deshalb rufen wir im Söl’ring Hof auf zu “Quid-pro-quo” – ein besonderer Ernteeinsatz, der sich für beide Seiten lohnt.

So vielseitig und spannend die Arbeit mit saisonalen und regionalen Produkten der Natur ist, so herausfordernd kann sie auch sein. Es erfordert eine Menge Geduld, Flexibilität und Spontanität – doch dieses Unberechenbare und Impulsive ist gerade das Schöne daran. Ich liebe es mit Sylt-typischen Komponenten wie der Rosa Rugosa zu kochen. Jedoch ist das Zeitfenster für die Ernte der aromatischen Blüten und Früchte oft zu klein für die begrenzten Hände unseres Teams.

Um die kurze Saison von Heckenrosen, Fichtensproßen, Holunderblüten und anderen Früchten möglichst effizient nutzen zu können, haben wir uns deshalb in diesem Jahr Verstärkung geholt: Mit unserer Aktion “Quid-pro-quo” akquirieren wir zwischendurch immer wieder freiwillige Erntehelfer, die uns ganz nach dem Motto “Wie du mir, so ich dir” beim Pflücken, Pulen, Sortieren, Einlegen und Marinieren helfen und als Dankeschön von uns zu einem kleinen Abendessen im Söl’ring Hof eingeladen werden. Ein Angebot, was begeistert angenommen wird!

Wenn die Ernte zum Abenteuer wird

Nachdem die Natur einige schöne Sonnentage erleben konnte, begaben wir uns in den letzten Wochen mehrfach mit einer bunten Truppe aus motivierten Stammgästen, Sylter Ureinwohnern und Söl’ring Hof-Neulingen stundenlang auf kulinarischen Streifzug über die Insel und füllten unsere Vorratskammern mit dem Besten der Sylter Natur.

Dabei standen für mich neben der Ernte auch die gemeinsame Zeit und persönlichen Gespräche im Mittelpunkt. Denn selten ist man seinen Gästen so nah, wie in dem Moment, wenn man sich zusammen durch Sträucher und Wälder kämpft. Eine herrlich unverkampfte, intime Atmosphäre, die bereits viele Erntehelfer begeistert zu Wiederholungstätern werden ließ.

Den Somme haltbar machen

So warten nun unter anderem ganze 42 Kilogramm Heckenrosenblüten darauf, eingelegt, kandiert, zu Rosenzucker, -salz, -marmelade und -essig verarbeitet zu werden. Und auch aus den unzähligen Holunderblüten werden in den nächsten Wochen Essenz und Essig gewonnen und darin wiederum die Holunderkapern eingelegt, damit sie bis zu ihrer Verwendung ihr volles Aroma entfalten können.

Die Suche geht weiter

Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht: Die Hochzeit von vielen Produkten hat gerade erst begonnen und bis September werden wir noch an fünf weiteren Terminen mit der Ernte von Holunderbeeren sowie herbstlichen Knickfrüchten wie Hagebutte, Weiß- und Sanddorn, Schlehen, Nüssen, Eberesche und Moosbeeren beschäftigt sein.

So schaffen wir ein einzigartiges Portfolio, von dem wir so auch wunderbar in den weniger ertragreichen Monaten profitieren können. Mit eingelegten, gepickelten und getrockneten Sommerprodukten sind wir bestens gewappnet, wenn die Geschmacksnerven im Winter nach leichten, erfrischenden Komponenten verlangen und wir der Natur im Frühjahr noch etwas Zeit geben wollen, um ihr volles Potenzial zu entfalten.